Donnerstag, 20. August 2009

Eine Neue musste her

Heute mal ein spontaner Kauf.
Unsere alte DigiCam ist den Weg in die ewigen Jagdgründe gegangen und tut es nicht mehr.
Die DigiCam meiner Schwester hat in der Reha die Flügel gestreckt.
Und die DigiCam an meinem schon betagten Handy will auch nicht mehr so richtig.
Und weil ich nicht immer jemanden fragen möchte, ob er/sie dies oder das für mich fotografiert, habe ich mich heute spontan zum Kauf einer Neuen entschieden.
Klein, fein und gut in der Hand liegend.



Fotografiert mit dem Handy.

Als wir nach dem Kauf wieder zu Hause eingetrudelt sind, befand sich neben der Werbung und zwei offiziellen Briefen auch diese Postkarte von einer lieben Bekannten aus der Reha im Briefkasten.



Ich kann mir "meine Mädels" so richtig bei ihren Hobbies vorstellen. ;-)

Und dann muss hier noch ein netter junger Mann aus der Bodenseeregion gezeigt werden.
Ist er nicht zu goldig?
Aber er hat es faustdick hinter den Ohren und hält seine Mama ständig auf Trab. ;-)

Mittwoch, 19. August 2009

Dran und drin und Kuddelmuddel

Ich war drin.
Wirklich.
Im Bodensee.
Oh, das war so herrlich!
Der See ist so klar. Einfach wunderbar.
Nun gut, der Gang hinein kostete mich einige Überwindung. ;-) Laut Aussage meiner Gastgeber war der See warm. Nun ja. ;-)
Auf jeden Fall bin ich noch nie mit einer so schönen Aussicht (u.a. auf die Pfahlbauten) geschwommen. Die Alpen waren nicht zu sehen.

Aber zuerst bin ich ja mal am Bodensee eingetrudelt.
Als Überraschungsgast für die nette Dame aus der Reha.
Während ich in die Straße eingebogen bin, habe ich sie angerufen. Ihr eingeweihter Mann war am Telefon und sagte, dass sie schon draußen auf dem Hof sei. Immer noch ahnungslos.
Erst schaute sie verdutzt auf mein Auto und dann ungläubig zu mir.
Ihr Gesichtsausdruck ist nur mit absolut süß zu beschreiben. ;-)
Das war also Euer Geheimnis, brachte sie noch raus, bevor wir uns in die Arme fielen.
Ja und dann wollte sie ihrer Freundin erklären, wer ich bin.
Weiß ich doch, sagte diese dann und lachte.
Und ich weiß es auch, grinste die siebenjährige Tochter ihrer Freundin sie an.
Die Überraschung hat also voll und ganz geklappt. Ich liebe so etwas.
Es folgten wunderbare Tage und Abende oberhalb des Sees. Mit wunderbaren Gesprächen, einer Geburtstagsnachfeier mit frischem Leberkäs und netten Freunden meiner Gastgeber, einer Autofährfahrt über den See und ganz, ganz tollen Menschen.
Weil das Haus nicht so groß ist und Kind und zu pflegender Vater auch noch dort wohnen, habe ich bei der Freundin geschlafen. Daher war sie ja auch eingeweiht.
Und ich muss definitiv wieder hin.
Zum See und zu den Menschen.
Und damit ich immer einen Grund für die Fahrt in den Süden habe, kamen die Mirabellen in einer alten und sehr in Ehre gehaltenen Schüssel mit in nördlichere Gefilde. Schlau oder? ;-)

Und nun hat mich der Alltag vollkommen wieder eingeholt.
Ich sitze wieder im Büro.
Hier hat sich leider nichts geändert.
Und ich habe die Erwartungen nicht erfüllt. Mal wieder nicht.
Kann doch in ihren Augen nicht so schwer sein.
Die Fortschritte, die da sind, werden nicht als solche angesehen.
Nur die Kilos zählen.
Ja, ich kann die Sorgen verstehen. Aber immer nur Vorwürfe?
Bei meinem Kind kann ich die Sorgen respektieren.
"Angespornt" durch die Großeltern hat auch das Kind so viel erwartet. Und jetzt ist da die Angst, dass ich es nicht schaffe, bis sie auszieht. Sie meint, mich nicht alleine lassen zu können.
In der Klinik habe ich mühsam die schweren und klobigen Sieben-Meilen-Stiefel ausgezogen, die hier in der Familie getragen werden und so ziemlich jeden behindern, und kleine Schritte gemacht. Für Außenstehende vielleicht wenig wahrnehmbare Schritte. Aber eben Schritte.
Somit ist weiterhin Geduld angesagt.

Donnerstag, 13. August 2009

Kurz hier und wieder weg

Wie würde Marius es singen?
Ich bin wieder hier. In meinem Revier.

Vorgestern bin ich in aller Ruhe von der Pfalz aus über die Bundesstraße am Rhein entlang gegondelt und dann ab Köln via Autobahn Richtung Heimat gedüst.
Ganz entspannt. Der Rhein ist wohl wirklich mein Lieblingsfluss und ich habe ihn auch wieder mit zwei Autofähren überquert.
Acht Wochen Reha sind nun um.
Schon merkwürdig.
Am Anfang denkt man, dass die Zeit wohl nur sehr langsam vergehen wird. Und dann rast sie doch.

Bilder habe ich keine gemacht, weil die DigiCam gestreikt hat. Aber das macht auch nicht wirklich etwas aus, denn die schönsten Erinnerungen und die wichtigsten Dinge habe ich im Inneren mit nach Hause gebracht. Ganz viele Erfahrungen und Eindrücke. Mehr als einen neuen Denkanstoß.
Viele Menschen habe ich kennen gelernt. Manche sehr tief und innig.
Eine Freundin hier zu Hause hat mich gefragt, warum ich nicht auf eine weitere Verlängerung gedrängt habe. Weil ich jetzt erst mal zu Hause in der Realität wieder üben will und muss. Das wird nicht leicht sein. Aber es wird wohl werden. Zuversicht!

Und weil eine Dame dort mir doch sehr ans Herz gewachsen ist, werde ich morgen zu ihr fahren. Sie weiß noch nichts von ihrem Glück. Ihr Mann und ich haben das ausgeheckt. ;-) Und so geht es morgen etwas mehr als 500 km in den Süden an den schönen Bodensee. Ein bisschen verrückt ist das schon. Aber was wäre das Leben ohne diese schönen und verrückten Augenblicke?
Und wie in diesem Gedicht zu lesen ist, sollte man die Augenblicke nutzen und genießen. Hoffentlich hat es die unheimlich sympathische Therapeutin und Ärztin auch getan. Sie ist nämlich plötzlich und völlig unerwartet am Sonntag verstorben. Freud und Leid liegen halt oft nah beieinander.

Genießt also alle Euer Wochenende und die vielen Momente.

Montag, 20. Juli 2009

Es war einfach wunderbar

Das war das schönste Wochenende seit langem.
Nicht, dass die anderen Wochenenden in der letzten Zeit schrecklich gewesen sind.
Aber das letzte Wochenende bei Frau Landgeflüster und Ihrem Michelmann war der Hit in Tüten.
Superliebe Erwachsene, absolut süße Kinder und ein braver Hund.
Schönes Wetter, ein wunderschöner Garten und lauter leckere Köstlichkeiten.
Herz, was willst du mehr?
Ohne den geringsten Heilungserfolg habe ich mich gestern auf den Weg zurück in die Pfalz gemacht.
Die anderen Gäste haben schon ausführlich gebloggt.
Mein besonderer Dank an die weltbesten Gastgeber!

Mittwoch, 15. Juli 2009

Heide, ich komme!

Jetzt kann auch ich sagen, dass ich am Samstag zum aMMV-Treffen bei ihr in die Heide fahren werde.
Heute habe ich das OK bekommen.
Ja, ich muss wieder fragen, ob ich etwas darf. Soweit ist es schon gekommen. ;-)
Und jetzt werde ich mich in die Untiefen des WWW stürzen und die Fahrstrecke erkunden.
Heide, ich komme!

Dienstag, 7. Juli 2009

Warum ich im Moment .....

1)
..... so wenig überhaupt nicht kommentiere.
Der Grund ist einfach.
Die Internetverbindung in der Klinik ist seeeeeeeeeeeeehr langsam.
Da bereitet das Lesen der Blogs wenig Vergnügen.

2)
..... so wenig telefoniere.
Weil ich mein Handy aus therapeutischen Gründen ausgeschaltet habe und es im Therapeutenzimmer im Schrank liegt.
Aus freiem Willen heraus.
Kein Druck.
Kein Zwang.
Eine Woche lang.
Schauen wir mal.
Aber es geht mir gut. Es wird.

Montag, 6. Juli 2009

Es geht mir gut - Ein Gedicht

Es geht mir gut.
Morgen bin ich wahrhaftig schon drei Wochen hier in der Klinik und ich kann sagen, dass es mir gut geht.
Was die Herzgeschichte angeht, bin ich mit Betablockern und ASS eingestellt worden. Das wirkt und ich bin auch dadurch wesentlich entspannter.
Natürlich ist noch viel zu tun.
Aber - GEDULD! Es wird werden.
Lieben Dank auch für all die lieben Wünsche!

Das folgende Gedicht hat uns eine Therapeutin gegeben.
Ich finde es absolut passend. In jedem Alter.

Wenn ich mein Leben
noch einmal leben könnte, im nächsten Leben,
würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr entspannen.

Ich wäre ein bißchen verrückter
als ich gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bersteigen, mehr in Flüssen schwimmen.

Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbat verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen,
nur mehr gute Augenblicke zu haben.

Falls du es noch nicht weißt,
aus diesen besteht das Leben:
nur aus Augenblicken,
vergiss nicht den jetzigen!

Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an
bis in den Spätherbst hinein barfuss gehen.
Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber siehst du ... ich bin 85 Jahre alz und weiß,
dass ich bald sterben werde.

- Jorge Luis Borges -