Donnerstag, 12. März 2009

Mein Bauch gehört mir

Mir ist natürlich klar, dass es bei diesem Satz im Ursprung um die Diskussionen um den Paragraphen 218 geht. Aber er passt nun mal jetzt bei mir. Mit anderer Bedeutung.

Das es in der Beziehung zwischen, wie ich immer gesagt habe, "meinem Mann" und mir schon länger gekriselt hat, habe ich bemerkt. Und wie ich nun mal so bin, habe ich ihn gefragt, ob mein Gefühl stimmt. Ob für ihn in der Beziehung alles in Ordnung ist. Oder ob er eventuell die Beziehung beenden möchte.
Die Zusammenfassung der Reaktionen des letzten Jahres lautet: "Quatsch. Was Du immer hast. Du hörst wahrhaftig die Ameisen trippeln. Da ist nichts. Sorge gut für Dich. Das ist wichtig."
Und ich habe meinem Bauchgefühl und der Tatsache, dass ich das Laufen der Ameisen sehr laut gehört habe, unterdrückt und ignoriert. Ich habe nicht mehr auf meinen Bauch, mein Gefühl gehört. Habe quasi beides abgegeben.
Das ist jetzt ganz sicher nicht nur seine Schuld. Wenn man überhaupt von Schuld reden will. Es gehören immer zwei dazu.
Letzte Woche ergab am Telefon (Fernbeziehung mit ca. 300 Straßen-km zwischen uns.) ein Wort das andere. Auf beiden Seiten. Und dann sein Satz, dass wir in seinen Augen schon seit ca. einem Jahr keine Beziehung mehr haben. Wusch! Der Vorschlaghammer. Mein Bauch reagierte sofort. Wut und Trauer. Tränen. Traurigkeit.
Und dann fast schlagartig die Erkenntnis, dass ich mich also doch nicht getäuscht hatte.
Für mich bestandt die Ferne in den Straßen-km zwischen uns. Für ihn in der inneren Distanz.
Und da kam dann Ruhe. Relative Ruhe. Immer noch Tränen.
Für ihn hätte es weiter gehen können wie bisher. Wir sehen und hören uns, wenn er mag. Und ansonsten nicht. Wir könnten ja nahtlos zu einer Freundschaft übergehen. Vereinfacht ausgedrückt.
Geht für mich nicht. Eigentlich will ich ja etwas mehr.
Ich mag zwar gerne gemeinsame Unternehmungen (Kino, Museen, ausgiebiges Schwimmen gehen, Städtereisen usw.), aber der Alltag gehört für mich mit in eine Beziehung. Alltag hat er aber selber. Anderen Alltag kann er nicht ertragen.
Ich habe mir dann Funkstille auserbeten.
Dabei habe ich festfestellt, dass ich eine Freundschaft begrüßen würde, aber Zeit brauche.
Wir werden jetzt erst einmal weiter Funkstille halten.
Bald steht auch meine Reha an und darauf möchte ich mich konzentrieren. Sie ist lebenswichtig.
Und dann werden wir sehen, wie es sich entwickelt.
Ich bin irgendwie erleichtert. Muss nicht mehr alles mögliche (Süchte und Ängste) unterdrücken oder vertuschen. Man ist co-abhängig.
Es mag jetzt irgendwie abgeklärt klingen. Ist es aber nicht. Es ist Erleichterung und Aufbruch. In kleinen Schritten.

So langsam komme ich wieder in meinen Alltag. Ettliches ist liegen geblieben. Und ich mag mich nicht noch mehr verzetteln. Ich habe nämlich soooooooo viele kreative Dinge im Kopf, die mich so wunderbar ablenken würden. Leider auch von den wichtigen Dingen.
Im Moment ist somit der köstliche Herr Kluftinger der einzige Mann bei mir. Er ist sehr zu empfehlen. ;-)
Und ab jetzt werde ich wieder regelmäßig meine Blogrunde machen. Man vermisst ja doch was. ;-) Nur ihren Blog sollte ich nicht anklicken. Das ist Verführung pur! Und alles in rasender Geschwindigkeit. ;-) Ob ich alles nachlesen werde, weiß ich nocht nicht. Da machen wir es wie der Franz: Schau'n mer mal.

P.S. an Frau Landgeflüster und Tina:
Heute habe ich bei uns in einem Laden doch wahrhaftig eine Flasche Killepitsch gesehen. Wirklich nur eine. Nicht in pink. Aber eben Killepitsch. Vielleicht haben sie das ja immer da. Aber ich hatte ja vorher nie etwas von diesem "Gesöff" gehört.
;-)

Kommentare:

berliner luft und ostseewelle hat gesagt…

Oh, das war wohl der Vorschlaghammer...
Danke für Deine Offenheit! Und ich hoffe, daß Du Dich jetzt wieder mehr auf Deinen Bauch konzentrieren kannst, der hat ja meistens Recht...
Ich wünsche Dir alles Gute!

Die Schaubude hat gesagt…

...meine Güte das hört sich aber dramatisch an ...bin ganz fertig ....

Kreuzundquer hat gesagt…

Bitte nicht erschrecken oder fertig sein. Das wollte ich damit nicht.
Es ist eine gute Befreiung. Es ist etwas schönes.
Und während der Beziehung war nicht alles schlecht. Absolut nicht!

Tina hat gesagt…

Meine Liebe, ich kann Dir das sehr sehr gut nachempfinden. Die Trennung, den ambivalenten Umgang mit dem eigenen Bauch und "die Zeit danach".
Wenn Du Dich mal ein bisschen austauschen magst - nur Mut und schreib mir eine Mail. Wenn Du magst.
Hast Du denn den Killepitsch gekauft? Ich würde in Deinem Fall eine Ausnahme machen und fastenbrechen und ein Gläschen mit Dir heben... ;-)
*drückdich*
Lieben Gruß
Tina

Kreuzundquer hat gesagt…

Ich habe den Killepitsch nicht gekauft. ;-) Alkohol in jeglicher Form macht mich nur müde. Rausgeschmissenes Geld also. ;-)